Veröffentlicht am: 27.06.2011 um 10:00 Uhr
Kategorie: Lindenfest

Eine rundum gelungene Sache war am Sonnabend in Magdeburgerforth das 20. Lindenfest mit Jagdhornbläsertreffen. Die Jagdhornbläsergruppe Magdeburgerforth feierte dabei ihr 25-jähriges Bestehen.

Mit dieser Bläser- und Publikumsresonanz hatten die Veranstalter, der Heimatverein "Gloinetal", die Ortsfeuerwehr und die Jagdhornbläser Magdeburgerforth, aufgrund der großen"Konkurrenz" von anderen Veranstaltungen in der Region nicht gerechnet. Aber schonzur Eröffnung war das Arealdes Festplatzes rege bevölkert. Und es sollte noch besser kommen.

"Hier kommen noch Gruppen, die überhaupt nicht angemeldet sind und die wir noch gar nicht kennen", war Mitmoderator Ottfried Gaul erstaunt. Letztlich waren es dann 24 Jagdhornbläsergruppen aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen. Sie brachten beim gemeinsamen Schaublasen 185 Bläser auf die Bühne. Das war neuer Rekord. "Der alte lag bei rund 160 Bläsern", erinnerte sich der zweite Moderator des Festes, Gunnar Gaul. Und die anlässlich des Fläming-Frühlingsfestes erweiterte Bühne fasste diese Masse von Bläsern nicht. "Diese vielen Gruppen bringen tolle Stücke mit und sorgen für viel Abwechslung in den einzelnen Programmen", freute sich Besucher Wolfgang Ebenau aus Magdeburgerforth. Den weitesten Anreiseweg hatten die Jagdhornbläser aus Delmenhorst (Niedersachsen) mit 330 Kilometern. Nur zehn Kilometer weniger mussten die Bläser Röhmberg aus Gotha (Thüringen) zurücklegen. Seit 1996 ununterbrochen dabei ist die Jagdhornbläsergruppe Schrenz (bei Zörbig). Erst ihren zweiten Auftritt vor so viel Publikum hatte die Kindergruppe "Weidmannsheil" aus Bebertal (bei Haldensleben). Da sich jede Gruppe einzeln dem begeisterten Publikum vorstellte, verschoben sich die anschließenden Programmpunkte um mehr als eine Stunde. "Mit so viel Bläsern hatten wir einfach nicht gerechnet", konnte es Gunnar Gaul einfach nicht fassen.

Höhepunkt des Jagdhornblasens war wie immer der gemeinsame Auftritt aller Gruppen. Ohne vorher ein einziges Mal zusammen geblasen zu haben, lieferten sie eine Top-Leistung ab. Es fehlten natürlich nicht das "Horido" und das "Große Halali". "Das war Spitze", waren sich deshalb Ottfried Gaul und das Publikum einig.

1990 erstmals gefeiert

Das Lindenfest wurde erstmals am 24. Juni 1990 gefeiert. "Seitdem ist es aus dem kulturellen Leben im Ort nicht mehr wegzudenken", so Heimatvereinsvorsitzender Dr. Kurt Ahaus. Und weiter: "Anlass für die Organisation eines Dorffestes war eigentlich die am 1. Juli 1990 bevorstehende Währungsunion. Mehr als Spaß von einigen Mitgliedern des Kulturbundes erdacht, sollten sich die Bürger des Ortes ohne Aufwand ihrer überzähligen 'Alu-Chips' entledigen können." Der Name "Lindenfest" wurde in Anlehnung an den Austragungsort und die dort dominierende Baumart ausgesucht. Ursprünglich sollte das Fest"Spargelfest" heißen, stieß aber bei den Spargelbauern auf großen Widerstand. Und so entstand das "Lindenfest".

Von Beginn an dabei, und das über viele Jahre, war das Jugendblasorchester Ziesar. In dessen Pausen traten die Jagdhornbläser Magdeburgerforth auf. Die zunehmende Besucherschar und das anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Jagdhornbläsergruppe Magdeburgerforth geplante Jagdhornbläsertreffen regten 1996 Überlegungen für einen größeren Veranstaltungsort an. Deshalb wurde der heutige Festplatz ausgewählt und hat sich bis heute bewährt.

Buntes Programm

Das Programm erwies sich auch in diesem Jahr wieder sehr familienfreundlich. Beider Verkehrswacht Jerichower Land aus Burg stand kein Rad still. Die Ortsfeuerwehr wartete mit einer nicht ganz ernst gemeinten Schauübung auf. Zwölf kleine Zwerge aus der Kindertagesstätte "Zwergenland" Drewitz führten ein kleines Programm auf. Das Original Erzgebirgische Adlerschießen verfehlte auch in diesem Jahr seine Anziehungskraft nicht. Über rege Beteiligung konnte sich auch der Schützenverein Möser freuen. Klaus Puffer konnte viel über die Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow erzählen. Beim urigen Wettkampf "Stärkster Gloinetaler" ging es wie immer lustig zu. Und wer noch nicht gesehen hatte, wie Schafe geschoren werden, konnte dies live miterleben. Für die musikalische Unterhaltung sorgte nebenden Jagdhornbläsern der Genthiner "Musikexpress".