
23.06.2012
Lindenfest Magdeburgerforth
15.09.2012
Kartoffelfest Genthin
03.11.2012
Hubertusmesse Magdeburgerforth
Pfarrerin Annegret Lattke blickte in ihrer Predigt auf ausgewählte Begebenheiten in der Geschichte der Kirche zurück. Die musikalische Umrahmung vor und in der Kirche übernahmen die Jagdhornbläser aus Magdeburgerforth. Der Heimatverein "Gloinetal" Magdeburgerforth hatte Teile der Geschichte der kleinen Waldkirche auf Schautafeln zusammengestellt.
So fand am 12. Juli 1900 die feierliche Grundsteinlegung statt. Dazu hatte sich eine große Festversammlung aus Ziesar und den Walddörfern auf dem Bauplatz eingefunden. Die Walddörfer hatten sich mit der Zeit angewöhnt, nicht mehr die Kirche in Ziesar zu besuchen, so dass nach einer Möglichkeit für Gottesdienste in der Region gesucht wurde.
So wurde zuerst das Pfarrhaus und dann die Kirche gebaut. Möglich war dies aber auch nur, weil in der ganzen Landeskirche für die Kirche in Magdeburgerforth gesammelt wurde. Dabei kamen 15.512 Mark und 49 Pfennig zusammen. Der Pfarrbaufonds gab 5000 Mark. Weitere 5000 Mark und später noch einmal 3000 Mark kamen aus dem Ämterkirchenfonds dazu. Im Jahr 1899 hatte man so insgesamt mit Zinsen 30 000 Mark zusammenbekommen.
Mit der Ausarbeitung des Entwurfes wurde Kreisbauinspektor Engelbrecht beauftragt. Der Plan war im Frühjahr 1900 fertig. Doch nun musste man feststellen, dass mit einem Aufschlag von rund 20 Prozent zurechnen war. Grund waren die gestiegenen Preise der Rohmaterialien. Um den Bau auch wirklich beginnen zu können, erklärte sich das Konsistorium in Magdeburg bereit, die Kosten zu übernehmen. Maurermeister Gommert aus Görzke wurde mit dem Bau beauftragt.
In der Urkunde für die Grundsteinlegung war zu lesen: "Am heutigen Tage sind wir demnach versammelt, den Grundstein zu dem neuen Gotteshaus zu legen. Möge der Bau ohne Unfall von Statten gehen und nach seiner Vollendung den drei Gemeinden Magdeburgerforth, Schopsdorf und Reesdorf ein gemeinsames Heiligtum, ein Sammelpunkt religiöser Erbauung, christlicher Gemeinschaft und evangelischen Bekenntnisses werden. Mögen alle diejenigen, die hier später ein- und ausgehen, sich zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum erbauen, auf dem Grunde der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist." Am 27. September 1901 wurde die Kirche dann durch Generalsuperintendent Vieregge eingeweiht.
Die kleine Waldkirche in Magdeburgerforth ist ein neogotischer Ziegelrohbau. Der Turm befindet sich an der Nordseite des Schiffes. Er ist in Firsthöhe des Schiffdaches mit farbigen Klinkern verziert. Auf jeder Seite befinden sich zwei spitzbogige Schallöffnungen. Die Turmspitze wurde im Jahr 1972 erneuert. Westlich neben dem Turm befindet sich der Treppenaufgang zu den Turmobergeschossen. Das überdachte, spitzbogige Hauptportal ziert die Ostseite des Turmes. Die Sakristei ist in einem kleinen Anbau an der Ostseite des Chores untergebracht. Auf jeder Seite des Schiffes befinden sich drei spitzbogige Fenster. Kanzel, Altar, Gestühl und Orgel stammen aus der Erbauungszeit. Das Altarfenster besteht aus farbigem Glas.
In den 110 Jahren des Bestehens der Kirche hat es schon einige einschneidende Einschnitte gegeben.
Begonnen hat es mit dem Bau des Pfarrhauses 1897/98. Mit der Fertigstellung wurde Hilfsprediger Sarkheim mit der Versorgung von Magdeburgerforth, Schopsdorf und Reesdorf betraut. Bis es die Kirche in Magdeburgerforth gab, hielt er die Gottesdienste in den Schulen. Aber auch danach wurden in Schopsdorf und Reesdorf zweimal im Monat in den Schulen Gottesdienste gehalten. Die beiden Glocken in Magdeburgerforth läuteten jeden Sonntag um 10 Uhr zum Gebet.
Nach dem Bau der Kirche erfolgte dann die Loslösung der Pfarrstelle Magdeburgerforth von der Landparochie Ziesar. Am 1. Oktober 1911 war die Pfarrstelle eingerichtet. Friedrich Wiesner war der erste Pfarrer.
In den siebziger Jahren traten dann Veränderungen im Gemeindeleben ein. Zunächst wurden 1962 die Kirchengemeinden Magdeburgerforth und Ringelsdorf zusammengelegt. Sechs Jahre später wurde aus den Pfarrbereichen Drewitz und Magdeburgerforth ein Kirchspiel gebildet. Dies hatte bis zum 31. Dezember 1999 Bestand.
Die Pfarrstelle in Magdeburgerforth gab es 88 Jahre lang. Nicht immer war aber ein Pfarrer da. Zur Vertretung kam dann der Pfarrer aus Drewitz oder der Superintendent aus Ziesar. Insgesamt gab es in den 88 Jahren 13 Pfarrer, Prediger oder Hilfsprediger. Helmut Böhm kann für sich in Anspruch nehmen, am längsten dagewesen zu sein. Er lenkte von 1969 bis 1989 die Geschicke der Kirchengemeinde.
Pfarrerin Annegret Lattke fasste ihre Eindrücke abschließend so zusammen: "Es ist die bewegte Geschichte einer Kirche in einem ehemaligen Sommerkurort. So haben sich die Zeiten geändert. Aber eines ist gleich geblieben: Die Kirche in Magdeburgerforth und dass es immer Menschen gegeben hat, die sich für ihre Kirche einsetzen, die zu ihr halten und sie pflegen. Sie ist zwar etwas versteckt, aber anwesend. Für mich ein wunderbares Bild von Kirche. Nicht aufdringlich oder protzig, sondern einfach da."